Working from Canada – Ein Erfahrungsbericht
Teil 1

Sina Burghardt · Digital Workplace Trends · vor 1 Monat

Unsere Marketing Kollegin Sina Burghardt hat für zweieinhalb Wochen aus Kanada gearbeitet. Welche Vorbereitungen sie getroffen, welche Erfahrungen sie dabei gemacht und welche Schlussfolgerungen sie gezogen hat, lesen Sie in ihrer Blogreihe „Working from Canada – Ein Erfahrungsbericht“.


Toronto

Ich bin großer Kanada-Fan. Seit ich vor mittlerweile sechs Jahren während eines Urlaubssemesters zum Work & Travel in Kanada war, bin ich verliebt in das Land, seine wundervolle Natur und die unglaublich freundlichen Menschen. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, die Möglichkeit zu bekommen, meinen Sommerurlaub etwas zu verlängern und für eine Zeit von Kanada aus zu arbeiten.

Viadesk bietet Digital Workplace Solutions an – Tools, die Unternehmen digitales Arbeiten ermöglichen. Und schließlich arbeiten wir selbst täglich mit unseren Tools, was zwischen verschiedenen Orten in Deutschland und den Niederlanden hervorragend klappt. Also wieso nicht auch von Kanada aus? Soweit mein Gedanke.

Von Kanada aus arbeiten – geht das denn?

Ganz so selbstverständlich wie sich meine Einleitung jetzt liest, ist die Möglichkeit, aus Kanada zu arbeiten leider doch nicht. Mir kam die Idee, als ich darüber nachgedacht habe, wie schön es wäre nochmal für einen längeren Zeitraum in Kanada zu bleiben. Eben nicht „nur“ zum Urlaub, sondern auch den (Arbeits-)Alltag wieder in Kanada zu verbringen.

Wie ich schon kurz angerissen habe, ist für uns digitales Zusammenarbeiten eine Alltagssituation. Und ich bin mir sicher, dass dies eine wichtige Voraussetzung war, um mir den Traum zu erfüllen, aus Kanada arbeiten zu können. Generell ändert sich Zusammenarbeit in Unternehmen immer mehr. Das fängt schon bei kleinen Abständen zu einander an: Arbeit in anderen Räumen oder Gebäuden ist nichts Neues. Dennoch wird hier vermehrt gechattet, statt schnell nach nebenan zu laufen und persönlich zu sprechen. Aber die räumlichen Abstände werden auch immer größer: Einige Kollegen arbeiten hin und wieder im Home Office, andere regelmäßig aus einer anderen Stadt und sind nur selten im Büro. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern ist dank digitaler Tools nahtlos möglich – bei uns wie gesagt zwischen den Niederlanden und Deutschland, aber auch mit Kollegen in Tschechien. Alles kein Problem, arbeiten wir doch zu denselben Zeiten und können uns mit nur ein paar Klicks austauschen, eine kurze Chatnachricht schicken, schnell zum Telefon greifen oder sogar per Videotelefonat „face to face“ miteinander sprechen. Alles eine Frage der Art und Weise der Zusammenarbeit.

Was wohl mein Chef davon hält?

Mein Plan nahm also Form an. Meiner Meinung nach waren auch alle Voraussetzungen gegeben, die das Projekt „Arbeiten aus Kanada“ problemlos möglich machen sollten, gegeben. Dennoch habe ich erstmal bei meinen Kollegen nachgehorcht, was sie von der Idee hielten. Ob unser Team wohl der gleichen Meinung war wie ich? Dass arbeiten von einem (ganz) anderen Ort aus, kein Problem darstellt? Den einzigen Knackpunkt würde wohl die Zeitverschiebung darstellen – Deutschland ist der Ostküste Kanadas 5 bzw. 6 Stunden, der Westküste sogar 9 Stunden, voraus. Aber meine Kollegen waren genauso überzeugt wie ich, dass wir auch diese Herausforderung meistern würden. Wir sind ja schließlich bereits Experten im digitalen Zusammenarbeiten. Wieso also nicht mal etwas Neues ausprobieren?

Fehlte nur noch einer, der mit ins Boot geholt und überzeugt werden musste: mein Chef. Ich muss zugeben, ein bisschen nervös war ich schon, als ich um ein Gespräch gebeten habe, um „eine neue Idee“ vorzustellen. Eigentlich sind unsere Hierarchien sehr flach. Uns ist wichtig, transparent zu arbeiten, sodass jeder offen seine Ideen kommunizieren kann. Immer im (digitalen) Austausch mit dem Team.

Dennoch war die Situation jetzt eine andere. Schließlich habe ich mir bei dem Projekt Kanada etwas gedacht: zu zeigen, wie weit wir selbst New Work leben, welchen Herausforderungen man gegenüberstehen kann und auch, was es eigentlich bedeutet, ein Digital Nomad zu sein. Und ich wusste, um dieses Projekt in die Tat umzusetzen, brauchte ich vor allem auch das Vertrauen meines Chefs, dass ich trotz der großen Entfernung und der Zeitverschiebung, meine Arbeit zuverlässig erledige und weiterhin ein Teil des Teams bin. Im Gespräch stellte sich aber ganz schnell heraus, dass mir genau dieses Vertrauen entgegengebracht wird. Und als ich zurück an meinem Tisch saß, wurde mir bewusst, dass ich jetzt einiges würde vorbereiten müssen.

Take away office

Vorbereitungen: Mein „take away office“

Gesagt getan: Meinem Projekt „Arbeiten aus Kanada“ stand also nichts mehr im Weg. Fehlte nur noch

  1. Eine Unterkunft – Von wo genau wollte ich eigentlich arbeiten? In einer Stadt? Von verschiedenen Orten?
  2. Ein Büro – Shared Office? Café? Hotelzimmer? Mal so mal so?
  3. Arbeitszeiten – Arbeite ich weiter zu „normalen“ Zeiten nur zeitversetzt? Oder passe ich mich trotz Zeitverschiebung zumindest etwas an die europäischen Zeiten an?
  4. Eine Packliste – Was nehme ich eigentlich mit?

Tatsächlich läuft das meiste im Arbeitsalltag bei uns digital ab: Meetings, Chats, Telefonate, E-Mails. Wir sind ein (weitestgehend) papierloses Büro. Wenn ich in Köln auf meinen Schreibtisch schaue, dann sehe ich – abgesehen von einem Notizbuch und Stift – nur Technik. Mein Laptop und der angeschlossene Bildschirm bilden den Mittelpunkt, ansonsten gibt es da noch eine Tastatur, eine Maus, ein Headset und ein Telefon. Dass ich den Bildschirm und das Telefon nicht mitnehmen würde, war sofort klar. Mein „Office“ würde also für die Zeit in Kanada eigentlich nur aus meinem Laptop und meinem Headset bestehen. Möglichst wenig einpacken, dachte ich mir. Notizen kann ich mir auch digital machen und unser Telefon habe ich über Softphone als App auch automatisch mit dabei. Easy enough!

Was die generelle Unterkunft und meinen Arbeitsplatz angeht war ich dann doch etwas spontaner unterwegs. Aber dazu mehr im zweiten Teil.